oysterinfosince 2006

Workshops

Gehäuse polieren

Kratzer lassen sich kaum vermeiden. So wird ein Uhrengehäuse wieder neuwertig.

Titelbild zur Seite Gehäuse polieren

Gebrauchsspuren auf einem Uhrengehäuse lassen sich in der Praxis kaum vermeiden, auch wenn man noch so darauf achtet. Einmal kurz irgendwo hängengeblieben und schon ist es passiert: der erste Kratzer in der neuen Rolex. Bei einem kleinen Kratzer sollte nicht gleich zur Politur gegriffen werden, da eine Politur immer mit Materialabtrag verbunden ist. Kratzer gehören zur Uhr und geben der Uhr erst ihr richtiges authentisches Aussehen. Bei zu tiefen oder zu vielen Kratzern lohnt sich eine Politur auf jeden Fall, um die Uhr wieder in einen neuwertigen Zustand zu bringen. Nachfolgend ist eine Anleitung zu finden, wie eine solche Aufarbeitung erfolgen kann. Diese Aufarbeitung ist etwas komplexer als die anderen Workshops, daher sollte man sich etwas Zeit nehmen, denn je ruhiger an die Sache herangegangen wird, desto besser werden die Ergebnisse. Bei Bedenken kann aber auch der Rolex-Konzessionär oder Rolex selber eine solche Aufarbeitung perfekt vornehmen.

Als Basis für diese Dokumentation dient ein rolexähnliches Gehäuse, da niemand bereit war, seine teure Uhr für diesen Workshop mit extra tiefen Kratzern für Demonstrationszwecke zu versehen. Wenn man aber sieht, wie einfach es ist, kann man sich auch an das originale, verkratzte Gehäuse trauen.

Schritt 1

Werkzeug

Was braucht man so alles fürs Aufarbeiten eines Gehäuses:

  • Schleifpapier (Körnung 120 bis 1600)
  • Proxxon „Dremel“ oder etwas Vergleichbares
  • diverse Schwabbelscheiben
  • Polierblau

Nicht benötigt werden: Flachfeile und Faserplatten zur Mattierung.

Werkzeug zum Polieren: Schleifpapier, Fasermatte, Filzscheiben, Feile und Bohrmaschine
Das richtige Werkzeug.
Schritt 2

Ausgangszustand

Das Gehäuse, wieder mutwillig mit schlimmen Kratzern und Macken versehen.

Ausgangszustand: Kratzer im Gehäuse
Ausgangszustand: Kratzer im Gehäuse.
Schritt 3

Matte Flächen abkleben

Damit beim Bearbeiten am polierten Teil nicht der mattierte Rest des Gehäuses mitpoliert wird, wird dieser sorgfältig mit Klebeband abgeklebt. So sollte immer vorgegangen werden, wenn mattierte und polierte Teile direkt aneinander liegen (wie z. B. auch beim Band der Rolex Daytona).

Matte und satinierte Flächen sind zum Schutz abgeklebt
Matte und satinierte Flächen sind zum Schutz abgeklebt.
Schritt 4

Schleifen

Dann geht es los. Jetzt je nach Schwere der Macken das Schmirgelpapier auswählen. Hier das Ergebnis mit einem Papier mit 320er Körnung.

Schleifen zunächst mit gröberer Körnung
Schleifen zunächst mit gröberer Körnung.

Danach das Papier mit 400er Körnung …

Dann mit immer feinerer Körnung
Dann mit immer feinerer Körnung.

… und dem mit 800er Körnung …

Noch feiner schleifen
Noch feiner schleifen.

… und schließlich mit 1200er Körnung. Schaut schon prima aus:

Fertig geschliffen, bereit zum Polieren
Fertig geschliffen, bereit zum Polieren.
Schritt 5

Polieren

Jetzt kann mit der Politur begonnen werden. Die Schwabbelscheibe im Proxxon wird zunächst an das Polierblau gehalten und so mit der Polierpaste versehen.

Polieren mit Filzscheibe und Polierpaste
Polieren mit Filzscheibe und Polierpaste.

Danach einfach vorsichtig an die Oberfläche der Flanke. Unbedingt auf die Abklebung der mattierten Flächen achten! Und nach ganz kurzer Zeit schaut es so aus …

Das Horn nach dem Polieren
Das Horn nach dem Polieren.
Schritt 6

Ergebnis

… oder so. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Es ist nichts mehr zu sehen und der Materialabtrag aufgrund der vorsichtigen Herangehensweise minimal.

Endergebnis: das polierte Horn
Endergebnis: das polierte Horn.

Dieser Workshop wurde zusammen mit Jörg, einem Freund aus dem R-L-X-Forum erstellt, dem an dieser Stelle für seine Unterstützung auch nochmal gedankt wird.