oysterinfosince 2006

Rolex Know-how

Rolex Leuchtmasse

Für Sammler von Vintage-Uhren ist die richtige Leuchtmasse ein wichtiges Kaufkriterium. Am Aufdruck auf dem Zifferblatt lässt sie sich meist erkennen.

Blau leuchtendes Zifferblatt einer Rolex Deepsea im Dunkeln

Warum die Leuchtmasse zählt

Für Vintage-Freaks ist die „richtige“ Leuchtmasse ein Muss. Im Laufe der Jahre wurden von Rolex, aber auch von anderen Herstellern, verschiedene Arten von Leuchtmassen auf den Zifferblättern, den Zeigern und den Leuchtpunkten der Lünette verwendet. Wichtig für einen Sammler ist, dass die verwendete Leuchtmasse dem Baujahr der Uhr entspricht und dass, wenn möglich, noch dieselbe Leuchtmasse bei Zifferblatt, Zeigern und Lünette vorhanden ist, möglichst noch in derselben Farbe. Da die früher verwendete Leuchtmasse stark altert (d. h. vergilbt und bröselig wird), werden bei einer Revision bei Rolex die Zeiger getauscht und oft auch das Zifferblatt. Inzwischen gibt es von Rolex sogar eine Anweisung, dass bei einer Revision Blatt und Zeiger mit Tritium aufgrund der Gesundheitsgefährdung der Uhrmacher ausgetauscht und entsorgt werden müssen. Diese Anweisung gilt sowohl für Rolex selbst als auch für alle Konzessionäre, die Revisionen durchführen. Das Risiko ist also sehr groß, bei einer Revision die Uhr mit neuem Blatt und Zeigern zurückzubekommen.

Für den Werterhalt einer Vintage-Uhr ist das nicht zuträglich, für den Gebrauchswert schon. Jeder mag selbst entscheiden, ob er die Uhr mit dem Vermerk „Zifferblatt, Zeiger und Lünette behalten“ zu Rolex oder einem Konzessionär gibt (mit dem Risiko, dass eine Revision dann abgelehnt wird) oder ob er den Tausch mitmacht. Es hängt vom Gebrauch der Uhr (Einsatzuhr oder Sammlerobjekt) ab. Falls Rolex eine Revision ablehnt, wenn kein Tausch von Blatt und Zeiger vorgenommen werden darf, bleibt als einzige Alternative der Gang zu einem kleinen Uhrmacher, der keine Anweisungen von Rolex ausführen muss.

Von Radium zu Superluminova

Bis Ende der 50er Jahre wurde zunächst das radioaktive und selbstleuchtende Radium benutzt. Danach wurde es durch Tritium abgelöst, das schwächer radioaktiv war. Ab 1998 wurde, unterstützt durch gesetzliche Vorschriften, das nicht mehr radioaktive Superluminova eingeführt.

Der Vorteil der frühen Leuchtmassen war deren Selbstleuchtfähigkeit, gepaart mit dem Nachteil, dass diese aber durch den radioaktiven Zerfall nach einigen Jahren rapide nachließ. Heute sind nur noch wenige und zeitlich spät hergestellte Uhren zu finden, die noch gering leuchten. Die meisten Uhren leuchten nicht mehr. Luminova bzw. Superluminova leuchtet immer, muss aber vor dem Leuchten durch eine Lichtquelle aufgeladen werden. Die Leuchtkraft nimmt mit der Zeit im Dunkeln stark ab.

Der Aufdruck auf dem Zifferblatt

Anhand des Zifferblattaufdrucks kann man leicht erkennen, welche Leuchtmasse bei dem Zifferblatt aufgetragen ist:

  • Zifferblattaufdruck SWISS für Radium

    Aufdruck: SWISS

    Leuchtmasse Radium

    • Anwendung bis ca. 1960
    • radioaktiv
  • Zifferblattaufdruck SWISS - T < 25 für Tritium

    Aufdruck: SWISS - T < 25

    Leuchtmasse Tritium

    • Anwendung ca. 1960 bis 1998
    • radioaktiv, Strahlung geringer als 925 MBq (25 mCi)
  • Zifferblattaufdruck T SWISS T für Tritium

    Aufdruck: T SWISS T

    Leuchtmasse Tritium

    • Anwendung ca. 1960 bis 1998
    • radioaktiv, Strahlung geringer als 277 MBq (7,5 mCi)
  • Zifferblattaufdruck SWISS für Superluminova von 1998 bis 2000

    Aufdruck: SWISS

    Leuchtmasse Superluminova

    • Anwendung 1998 bis 2000
    • nicht radioaktiv
  • Zifferblattaufdruck SWISS MADE für Superluminova ab 2000

    Aufdruck: SWISS MADE

    Leuchtmasse Superluminova

    • Anwendung ab 2000
    • nicht radioaktiv
  • Zifferblattaufdruck SWISS MADE für Chromalight mit blauem Leuchten

    Aufdruck: SWISS MADE

    Leuchtmasse Chromalight (blau)

    • Anwendung ab ca. 2008 (Deepsea) einfließend
    • nicht radioaktiv

Indexe aus Gold und Stahl

Es gibt noch zwei weitere Beschriftungen auf dem Zifferblatt. Sie weisen nicht auf die Leuchtmasse hin, sondern auf das Material der Indexmarkierungen.

  • Zifferblattaufdruck o SWISS o für Indexe aus Gold

    Aufdruck: o SWISS o / o SWISS MADE o

    Indexe aus Gold

    • Zifferblattaufdruck T SWISS T für Indexe aus Stahl mit Tritium

      Aufdruck: - T SWISS T -

      Indexe aus Stahl

      • Leuchtmasse Tritium
      • Anwendung bis 1998
      • radioaktiv

    Häufige Fragen

    Woran erkenne ich die Leuchtmasse meiner Rolex?

    Am Aufdruck am unteren Rand des Zifferblatts. SWISS allein steht bis etwa 1960 für Radium und von 1998 bis 2000 für Superluminova. T SWISS T und SWISS - T < 25 stehen für Tritium (etwa 1960 bis 1998), SWISS MADE für Superluminova ab 2000.

    Ist Tritium radioaktiv?

    Ja, aber schwächer als das frühere Radium. Bei einer Revision schreibt Rolex wegen der Gesundheitsgefährdung der Uhrmacher vor, Blatt und Zeiger mit Tritium zu tauschen und zu entsorgen.

    Seit wann gibt es Superluminova?

    Ab 1998. Das nicht radioaktive Material wurde durch gesetzliche Vorschriften unterstützt. Zifferblätter tragen bis 2000 den Aufdruck SWISS, danach SWISS MADE.

    Warum leuchtet meine alte Rolex nicht mehr?

    Radium und Tritium leuchten von selbst, aber ihre Leuchtkraft ließ durch den radioaktiven Zerfall nach einigen Jahren rapide nach. Die meisten alten Uhren leuchten nicht mehr.

    Was passiert bei der Revision mit Zifferblatt und Zeigern?

    Rolex tauscht Zeiger und oft auch das Zifferblatt. Wer sie behalten will, kann den Vermerk „Zifferblatt, Zeiger und Lünette behalten“ mitgeben, riskiert aber, dass die Revision abgelehnt wird.

    Titelbild: © Rolex