Workshops
Armband polieren
Ein gebrauchtes Stahlband lässt sich ohne große Kosten wieder herrichten.

Beim Tragen einer Uhr entstehen unweigerlich am Armband Kratzer. Den einen stört es, den anderen nicht so sehr. Es ist aber möglich, ein mit Gebrauchsspuren versehenes Stahlband ohne große Kosten wieder herzurichten. Hierzu werden Kratzer entfernt und der Rolex-typische Schliff erzeugt. Ist das Band nicht ausgeleiert, kann hierdurch das Band fast wieder in Neuzustand versetzt werden. Bei ausgeleierten Bändern ist zumindest eine optische Aufarbeitung möglich.
Diese Aufarbeitung ist etwas komplexer als die anderen Workshops, daher sollte man sich etwas Zeit nehmen, denn je ruhiger an die Sache herangegangen wird, desto besser werden die Ergebnisse. Auch sollte man vorher etwas üben und nicht gleich an der teuren Uhr anfangen. Denn Übung macht den Meister. Und auch hier gilt wieder explizit: Nachmachen auf eigene Gefahr.
Als Basis für diese Dokumentation dient ein Aftermarketband, da natürlich niemand bereit war, seine teure Uhr für diesen Workshop mit extra tiefen Kratzern für Demonstrationszwecke zu versehen. Wenn man aber sieht, wie einfach es ist, kann man sich auch an das originale, verkratzte Band trauen.
Vorbereiten des Bandes zur Demo (nicht nachmachen)
Das Band, zuerst noch ohne Kratzer:

Um einen besseren Vorher-Nachher-Vergleich zu bekommen, wird das Band zu Übungszwecken mutwillig mit einigen heftigen Kratzern versehen. Solche Kratzer wären an einer echten Uhr wirklich ärgerlich und kommen in der Tiefe auch nicht so häufig vor. Insofern sind das extreme Bedingungen für diesen Workshop.

Werkzeug
Welches Werkzeug braucht man für das Aufarbeiten eines Armbandes?
- Schleifpapier (Körnung 120 bis 1600)
- Flachfeile, auf die das Schleifpapier später aufgezogen wird
- Faserplatten zur Mattierung (3 Stück versetzt aufgeracht auf einen Proxxon Universalhalter, auf dem Bild oberhalb der Feile zu sehen)
- Proxxon „Dremel“ oder etwas Vergleichbares

Kratzer schleifen
Um solche Kratzer zu entfernen, wird zuerst das Schmirgelpapier mit 160er Körnung um die Feile gelegt und das Band bearbeitet. Bei nicht ganz ebenen Flächen kann man das Papier auch über den Finger legen und so vorsichtig arbeiten. Wichtig: Immer ganz sorgfältig auf einen geraden Schliff achten!

Das Ergebnis nach dem ersten Bearbeitungsschritt entspricht noch nicht dem, was möglich ist. Aber es geht bewusst langsam voran. Lieber zunächst etwas vorsichtiger arbeiten als zu viel auf einmal. Einmal abgetragenes Material ist weg und kommt nicht mehr dran. Das bitte immer im Hinterkopf halten.

Mattieren mit dem Dremel
Jetzt kommt das Mattieren mit dem Dremel/Proxxon und den Faserplatten. Ganz leicht drüberfahren:

Nach kurzer Einwirkzeit schaut es dann so aus. Nicht schlecht, aber im Vergleich zum Originalband noch etwas zu grob:

Dieser Workshop wurde zusammen mit Jörg, einem Freund aus dem R-L-X-Forum erstellt, dem an dieser Stelle für seine Unterstützung auch nochmal gedankt wird.


